| Die Idee Ausgangssituation Unter bürgerschaftlichem Engagement von Wirtschaftsunternehmen (Corporate Citizenship) verstehen wir in Deutschland üblicherweise die finanzielle Unterstützung von sozialen Organisationen in Form von Spenden oder Sponsoring. Unternehmen haben jedoch mehr als Geld zu bieten: das Engagement und die Kompetenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Soziale Projekte und Aktionen können auf diese Weise effektiv und kreativ durch Firmen unterstützt werden: Beispielsweise erklärt sich eine Werbeagentur bereit, kostenlose Werbung für eine soziale Einrichtung zu machen. Angestellte einer großen Autofirma und eines Sozialverbandes gehen eine feste Kooperation zum Bau von Spielplätzen ein oder Mitarbeiter eines Internetunternehmens gestalten Computerkurse für Menschen mit Behinderungen. Es fehlen bislang gerade im Bereich des Ruhrgebietes und in Dortmund geeignete und leistbare Formen und Modelle für bürgerschaftliches Engagement über eine rein finanzielle Unterstützung hinaus. Tatendrang, der 1. Soziale Tag Dortmunder Unternehmen, ermöglichte 2005 erste Erfahrungen mit einer neuen Form des Engagements. Die durchweg positive Resonanz der über 170 Mitarbeiter, die von 26 Unternehmen für diesen Tag freigestellt wurden und viele weitere Äußerungen von Mitarbeitern und Klienten in sozialen Einrichtungen zeigten das der erste Tatendrang nur ein Anfang gewesen sein konnte, ganz im Sinne eines Mitarbeiters: „Ich würde mich darum reißen, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein!“ (Tatendrang 2005) Auswirkungen Tatendrang war und wird mehr sein als nur ein "etwas anderer Arbeitstag" in ungewohnter Umgebung. Die Wirkungen sind in Unternehmen und Einrichtungen lang anhaltend spürbar. Die Auswertungen zeigen, dass sehr positive Effekte erzielt wurden. Neue Teamerfahrungen, gegenseitige Wertschätzung brachten neue Motivation für die eigene Arbeit. Angestoßene Aktivitäten wurden in einigen Fällen auch weitergeführt. Aus einzelnen Projekten sind Patenschaften entstanden. Mitarbeiter einiger Unternehmen haben sich entschieden zu bestimmten Anlässen soziale Einrichtungen weiter zu unterstützen. Ein Unternehmen will die positive Erfahrung im Umgang mit altem Menschen auch für den Arbeitalltag weiter zu nutzen und hat hierzu ein internes Netzwerk gegründet. Ein weiters Unternehmen hat "Tatendrang" für ein Führungskräftetraining genutzt und dabei auch Erfahrungen zum Thema Teamentwicklung gesammelt. Von der Unterstützung und der Bereicherung des Tages angeregt, haben sich zwei soziale Einrichtungen entschlossen, den "Tatendrang" weiterzugeben. Unter dem Begriff "Tatendank" wollen beispielsweise die Kinder eines Kindergartens alten Menschen in einem Altenheim eine Freude machen. Die beteiligten Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen sowie weitere Unternehmen zeigten sehr früh ein starkes Interesse an einer Neuauflage des Projektes "Tatendrang". Wie sieht Tatendrang, der 2. Soziale Tag Dortmunder Unternehmen aus? Den Spielplatz umbauen, einen Ausflug mit Menschen mit Behinderung organisieren, mit Jugendlichen Bewerbungsgespräche trainieren – typische Aktionen, die in vielen sozialen Organisationen nicht durchgeführt werden können, da sie sehr arbeitsaufwändig und kostenintensiv sind. Beim Sozialen Tag werden Projekte verwirklicht, für die den sozialen Einrichtungen die zeitlichen, fachlichen und / oder finanziellen Voraussetzungen fehlen. Gleichzeitig stellt das Projekt eine Herausforderung für die Mitarbeiterteams aus den Unternehmen dar. Tatendrang bietet ihnen die Möglichkeit, Gutes zu tun, dabei ihre Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen und die Kollegen mal neu und anders zu erleben. Die Unternehmen stellen für einen Tag je ein Mitarbeiterteam zusammen, dem eine herausfordernde Aufgabe gestellt wird. Bei der Bewältigung dieser Aufgabe sind häufig andere Fähigkeiten und Hierarchien gefragt als im normalen Arbeitsalltag. Medienwirksamkeit Die Presse wird alle Aktivitäten des Sozialen Tages medienwirksam begleiten. Beim „Tatendurst“-Fest am Tagesende wird der gemeinsame Erfolg sichtbar, gewürdigt und gefeiert. Diese Form des Engagements mit der Beschränkung auf einen Tag ermöglicht allen Beteiligten Erfahrungen mit dem Thema Corporate Citizenship (Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen) und stellt Kontakte zwischen Unternehmen und sozialen Einrichtungen her. |